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James Suckling
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Robert Parker
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James Suckling
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Vinous
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Robert Parker
Opus One
Opus One: Baron Philippe de Rothschild und Robert Mondavi
Wir schreiben das Jahr 1970. Bei einem Treffen auf Hawaii beschließen der amerikanische Weinbau-Pionier Robert Mondavi und der aus europäischem Geld- und Weinadel stammende Baron Philippe de Rothschild, ein gemeinsames Projekt zu starten. Ihr Ziel ist es, einen kalifornischen Premium-Wein zu erzeugen, der den Grand Crus aus Bordeaux das Wasser reichen kann.
Das ist die – vorerst rein konzeptionelle – Geburt des großen Kaliforniers Opus One. Ihr unternehmerischer Instinkt gibt den beiden Männern recht: Die frühen Siebziger sind die goldenen Jahre des kalifornischen Weinbaus. Ikonen wie der 1974er Martha’s Vineyard von Heitz Cellars oder der 1973er Chardonnay vom Château Montelena liefern den flüssigen Beweis. Außerdem findet im Jahr 1976 das legendäre „Judgement of Paris“ statt, bei dem zwei kalifornische Weine (weiß und rot) den jeweils ersten Platz belegen und damit für heftige Reaktionen bei den deklassierten französischen Winzern sorgen.
Kurzum: Mister Mondavi und Monsieur de Rothschild besitzen ein Gespür für das richtige Timing. Bei einem weiteren Treffen im Jahr 1978 erblickt der neue Wein schließlich das Licht der Welt. Innerhalb von nur 60 Minuten, so erzählt man sich, verständigen sich Robert Mondavi und Baron Philippe über die Rebsorten, das Marketingkonzept und das Geschmacksprofil. Ein passender Name für den neuen Wein findet sich schließlich auch: Opus One.
Kalifornien meets Bordeaux
Schon seit den 1870er-Jahren ist das kalifornische Napa Valley mit den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec bestockt. Das gilt auch für die Weinberge der 1966 gegründeten Robert Mondavi Winery in Oakville. Die ersten zwei Jahrgänge des Opus One – 1979 und 1980 – werden streng genommen aus Trauben der Mondavi Winery bereitet. Diese Jahrgänge werden zunächst nur auf dem amerikanischen Markt angeboten. 1981 verkauft Robert Mondavi rund 16 Hektar Weinberge an das neue Weingut Opus One, welches damit nun auch über Grundbesitz verfügt.
Heute beträgt die Rebfläche der Opus One Winery circa 110 Hektar. Zum Vergleich: Das ebenfalls zum Besitz der Familie Rothschild gehörende Château Mouton Rothschild im Médoc, ist 82 Hektar groß.
Das Napa Valley ist heute eine sogenannte American Viticultural Area (AVA). Dieses System ist allerdings nicht mit den europäischen Appellationen zu vergleichen, da es sich ausschließlich auf die geografische Herkunft bezieht. Anders als beispielsweise in Frankreich gibt es keinerlei Vorschriften, was die Verwendung von Rebsorten oder die Art und Weise der Weinbereitung angeht.
Opus One – die Top-Weine
Eine der wichtigsten Subzonen im Napa Valley ist die Oakville AVA, in der sowohl die Opus One Winery als auch die Robert Mondavi Winery ihren Sitz haben. Und in der Oakville AVA übertrifft ein bestimmter Weingarten alle anderen: Er trägt den aus dem Griechischen stammenden Namen „To Kalon“ (Der Schöne). Die Opus One Winery bewirtschaftet hier zwei Parzellen mit jeweils 20 Hektar. Dabei ähnelt die Bodenbeschaffenheit dieses berühmten Weinbergs auffällig den besten Terroirs von Châteauneuf-du-Pape, denn auch der Untergrund des To Kalon besteht überwiegend aus Sand, Lehm und Kies. Die restlichen Trauben stammen von zwei westlicher gelegenen, ebenso hochwertigen Parzellen, die im „Gravelly Alluvial Fan“, dem „kiesigen Schwemmland-Fächer“, von Oakville liegen.
Wie bereits erwähnt, werden für den Opus One Wein ausschließlich Rebsorten des Bordelais verwendet, mit einem deutlichen Akzent auf Cabernet Sauvignon. Der Cabernet-Sauvignon-Anteil liegt, abhängig vom Jahrgang, bei 80–97 %. Auch so erklärt sich die verblüffende Ähnlichkeit des Opus One mit einem Premier Grand Cru Classé aus dem Médoc. Der Opus One 2019 tanzt mit seinen „nur“ 78 % Cabernet Sauvignon zwar etwas aus der Reihe, das ist aber Jammern auf Premium-Niveau …
Nach der Pressung verbleibt der Most mindestens 22 Tage auf der Maische; der Ausbau erfolgt danach über einen Zeitraum von 19 Monaten in neuen Barriques aus französischer Eiche. So entsteht ein Rotwein der Superlative, der druckvoll und gleichzeitig elegant ist. In sensorischer Hinsicht geht es beim Opus One um schwarzen Pfeffer, Sauerkirschen, Cassis, Schokoladensoufflé, süße Lakritze und um vieles mehr.
Eine weitere Anlehnung an die großen Bordeaux-Châteaux ist 1993 die Einführung des Zweitweins Opus One Overture. Auch die Trauben für diesen „kleinen“ Opus One stammen überwiegend aus der Lage To Kalon. Er wird allerdings, im Gegensatz zum großen Wein, in gebrauchten Barriques ausgebaut, was ihm einen weicheren Touch verleiht.
Was sagen die Kritiker?
Beim Opus One sind die Kritikerinnen und Kritiker weltweit einer Meinung, es kann gar nicht anders sein. Die vergebenen Punkte korrespondieren dabei kurioserweise mit dem Cabernet-Anteil im Wein: Der Wine Advocate (Robert Parker) vergibt fast immer 99 von 100 Punkten, James Suckling und Falstaff ziehen mit und auch das britische Weinmagazin Decanter lässt regelmäßig 98–99 Punkte für den Opus One regnen.
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