Scheurebe

Die Scheurebe ist eine weiße Rebsorte, die gern als „kleine deutsche Schwester des Sauvignon Blanc“ bezeichnet wird. Als „Schwester“ weil der Scheurebe geschmacklich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Sauvignon Blanc nachgesagt wird, als „kleine“, weil sie eine noch recht junge Rebsorte ist. Georg Scheu züchtete sie 1916 mitten im Ersten Weltkrieg in der damaligen Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey. Er ging irrtümlich davon aus, dass die beiden Rebsorten Riesling und Silvaner die Eltern der Scheurebe seien. Erst 2012 widerlegten Wissenschaftler durch DNA-Analysen diese Aussage. Seitdem steht fest: Die Kreuzungspartner, aus denen die Scheurebe hervorging, waren der Riesling und die Bukettrebe, die wiederum eine Kreuzung aus Silvaner und Trollinger ist.

Vom Sämling 88 zur Scheurebe

Bei Georg Scheu firmierte die neue Rebsorte unter dem Namen Sämling 88, also dem 88. Sämling aus seiner Kreuzungsserie. Als Sämling 88 oder S 88 ist die Rebsorte übrigens auch heute noch in Österreich bekannt. 1936 nannte man die Rebsorte dann nach einem Agraringenieur und NSDAP-Politiker in Dr.-Wagner-Rebe um. Nach 1945 verwendete die Weinwelt wieder das Synonym Sämling 88 bzw. bald schon Scheurebe. Erst mit dem Sortenschutz 1956 erhielt die Rebsorte dann endgültig ihren heutigen Namen Scheurebe nach ihrem Züchter.

Feiner Prädikatswein

Auch heute noch wird die Scheurebe vorwiegend in Deutschland angebaut und meist Prädikatsweißwein, also Wein von der höchsten deutschen Qualitätsstufe, daraus gekeltert. Anders als bei anderen Rebsorten genießen bei der Scheurebe die Geschmacksstile lieblich und süß hohes Ansehen. Meist jüngere Winzer bauen die Scheurebe aber auch zu trockenen Weißwein-Genüssen aus. Charakteristisch für die Sorte sind das Aromenspektrum, das an Cassis, manchmal auch an Pfirsich, Mandarine, Mango oder reife Birne erinnert, und die kräftige und lebendige Säure. Farblich reicht die Vielfalt des Weins von hellem Gelb bis hin zu Goldgelb. Die trockenen Weißweine aus der Scheurebe passen gut zu asiatischen Fisch- und Geflügelgerichten, die Spätlesen zu fruchtigen Desserts.

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