Regent

Regent ist eine Rotweinsorte aus Deutschland, die im Jahr 1967 neu gezüchtet wurde. Für den Anbau wurde die Sorte, die mehrere Resistenzen gegen Krankheiten aufweist, allerdings erst 1996 zugelassen. Aus den Reben entsteht tiefdunkler Regent Wein mit Aromen von Kirschen, moderater Säure und samtigen Tanninen.

Der Regent: Ein Wein mit Widerstandskraft

Dr. Gerhardt Alleweldt vom Institut für Rebenzüchtung bei Siebeldingen in der Südpfalz gelang es 1967, die Rebsorten Diana und Chambourcin zu kreuzen. Diana selbst ist eine Kreuzung zwischen Silvaner und Müller-Thurgau und wird fast ausschließlich als Kreuzungspartner für Neuzüchtungen verwendet, es existieren keine Flächen im Anbau.

Die etwa 100 Jahre alte französischen Sorte Chambourcin wurde aufgrund ihrer Resistenzen verwendet, die Sorte Diana, um hohe Mostgewichte zu erzielen. Und tatsächlich ist die Regent-Rebe resistent sowohl gegen Falschen Mehltau als auch Echten Mehltau. Zudem sind die Blätter resistent gegen die Reblaus, die Wurzeln jedoch nicht, weshalb Regent auf resistente Wurzelstöcke gepfropft werden muss. Außerdem zeigt sich die Rebe widerstandsfähig gegen Frost.

Regent – geboren, um zu regieren

Der Name Regent geht auf einen berühmten, gleichnamigen Diamanten zurück. Bei der Krönung Ludwigs XV. im Jahr 1722 war der 140-Karäter Teil seiner Krone. Später wurde er von Marie Antoinette getragen, schließlich ließ Napoleon Bonaparte ihn sich in den Knauf seines Degens einsetzen. Heute befindet sich der Regent im Pariser Louvre.

Die Regent-Rebe: Mehr Optionen für den Winzer

Aufgrund ihrer guten Widerstandskraft gegen Fröste und ihrer Resistenzen eignet sich Regent für die Bepflanzung in Rotweinrandlagen – also Anbaugebieten, die sonst kaum für wärmeliebenden Rotweine geeignet wären. Dies führte dazu, dass die Neuzüchtung gut angenommen wurde und eine beachtliche Verbreitung erfuhr. 2016 wurde sie weltweit auf fast 2.000 Hektar angebaut, davon 1.750 Hektar in Deutschland. Besonders populär ist der Wein heute in Rheinhessen mit 700 Hektar Anbaufläche und in der Pfalz mit 580 Hektar. In Baden sind es noch 224 Hektar, in Franken 135 Hektar, auf dem der Regent Wein wächst (alles Stand 2020).

Die Regent-Rebe: starker Wuchs & frühe Reife

Regent Wein ist eine mittel- bis starkwüchsige Weinrebe. Sie treibt mittelfrüh aus und ist üblicherweise Mitte September reif. Sie ist etwas empfindlich gegen Wind und neigt dann zum Verrieseln. Der Anteil des Farbstoffes Malvidin ist mit bis zu 300 Milligramm pro Liter höher als bei fast allen anderen Rotweinsorten. Dies ist der Grund für die tiefdunkle Farbe von Regent Wein. Das Mostgewicht – also maßgeblich der Anteil von Zucker – ist sehr hoch und übertrifft sogar Pinot Noir.

So schmeckt der Wein

Regent Wein ist im Glas sehr dunkel, fast schwarz und wird deshalb auch gern in Cuvées eingesetzt, um diesen eine intensivere Farbe zu verleihen. Er duftet nach Kirschen und Johannisbeeren. Wird er im Holzfass ausgebaut, kommt das samtige Tanningerüst besonders gut zum Tragen, auch kann er dann länger gelagert werden. In der Regel jedoch wird dieser Wein jung genossen. Er ist körperreich, liegt voll im Mund und besticht durch moderate Säure.

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