Morio-Muskat

Die weiße Rebsorte Morio-Muskat gehört zu den Sorten, die Weine mit einer Muskatnote hervorbringen. Daher auch der Name Morio-Muskat. Den vorderen Namensteil verdankt sie ihrem Züchter Peter Morio. Die noch relativ junge Rebsorte hat eine interessante Geschichte: Peter Morio gab an, die Weißweinsorte 1928 am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof im pfälzischen Siebeldingen durch eine Kreuzung der beiden Rebsorten Silvaner und Weißem Burgunder hervorgebracht zu haben. Doch weder Silvaner noch Weißer Burgunder haben ein Muskat-Aroma, weshalb unter Weinkennern schon früh Zweifel über die Wahrheit von Peter Morios Aussage herrschte. Tatsächlich ergaben spätere DNA-Analysen, dass die Rebsorte Morio-Muskat neben dem Silvaner nicht den Weißen Burgunder, sondern den Gelben Muskateller als zweiten Elternteil hat.

In Deutschland populär

Ende der 1950er, nachdem die neue Rebsorte 1956 Sortenschutz erhalten hatte, wurde Morio-Muskat bei den deutschen Winzern immer beliebter. Sie bauten die Rebsorte zunehmend in ihren Weinbergen an. In den 1970ern fand die Beliebtheit von Morio-Muskat ihren Höhepunkt. Insbesondere in der Pfalz waren große Rebflächen mit der Sorte bestockt. Damals wurde der Wein aus den Morio-Muskat-Trauben vor allem für den in dieser Zeit sehr geschätzten Verschnitt Liebfrauenmilch verwendet. Seither geht die Anbaufläche von Morio-Muskat in Deutschland allerdings zurück. Heute sind es in der Pfalz nur mehr rund 300 Hektar gegenüber mehr als 2.000 Hektar Anbaufläche in den 70ern. Als Hauptgrund für den Rückgang der Anbauflächen geben Weinhistoriker einen allmählichen Wandel im Geschmack der Konsumenten an. Kleinere Anbauflächen finden sich heute zudem in den Weinländern Österreich, der Schweiz, Südafrika und Kanada.

Morio-Muskat: Würziges Bouquet

Sortenrein ausgebaut können aus der reifen Morio-Muskat-Traube durchaus besondere und interessante Weine hervorgehen. Geschätzt wird der Wein vor allem für seine angenehme, nicht zu starke Muskatnote, die häufig mit Anklängen an Zitronen und Holunderblüten gepaart ist. Typisch für Morio-Muskat-Weine ist ihre kräftige Säure. Ihre reife, goldgelbe Farbe verspricht einen vollmundigen Geschmack. Vor allem für Fischgerichte und Käse ist ein einfacher Morio-Muskat-Weißwein ein guter Partner. Die edelsüßen Varianten eignen sich dagegen eher als Dessertbegleiter.

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