Wann und warum wird Wein dekantiert?

Gerd K. aus Holm fragte uns kürzlich was es mit dem Dekantieren von Wein auf sich hat. Auch diese Frage möchten wir nicht unbeantwortet lassen und machen im Folgenden einen Erklärungsversuch.

Beim Genuss von gereiften oder unfiltrierten Rotweinen gelangen beim Ausschenken nicht selten Ablagerungen aus der Flasche ins Glas. Diese als Sedimente, Bodensatz oder Depot bezeichneten Feststoffe sind völlig unbedenklich und haben keine negativen Auswirkungen auf die Weinqualität. Dies gilt im Übrigen auch für Weinstein, der manchmal in Weißweinen zu finden ist.

Trotzdem möchte man nicht, dass diese Ablagerungen ins Glas oder in den Mund gelangen. Am besten entledigt man sich dem Problem durch das langsame Umgießen des Weines in eine Karaffe – ein Vorgang, der als Dekantieren bezeichnet wird.

Während des Dekantierens sollte man den Flaschenhals gut beleuchten, damit man sehen kann, wann die Feststoffe im Hals ankommen. Dazu kann man eine Kerze verwenden oder man benutzt eine kleine Taschenlampe, zum Beispiel die des Smartphones. Man stoppt das Umschütten in die Karaffe dann kurz vor dem Zeitpunkt an dem das Depot aus der Flasche gelangt. Mit einem Trichter lässt sich der Wein danach wieder in die ausgespülte Flasche zurück füllen.

Übrigens: Viele Weinfreunde verwechseln das Dekantieren mit dem Vorgang des Karaffierens. Bei Letzterem geht es zwar auch um das Umfüllen des Weins in ein anderes Behältnis, doch handelt es sich beim Karaffieren um die Versorgung des Weines mit mehr Sauerstoff.

Der folgende Beitrag in unserer Frag die Weinfreunde Rubrik geht übrigens auf eine dazu passende Fragestellung ein: Warum lässt man Wein atmen?

Und wer sich dem Thema etwas ausführlicher widmen möchte, dem sei unser Magazinbeitrag Dekantieren und Karaffieren empfohlen.

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