Blauer Portugieser

Der Blaue Portugieser ist eine Rebsorte, die nicht etwa aus Portugal, sondern aus der Untersteiermark im heutigen Slowenien stammt. Sie ergibt fruchtige, früh trinkbare Rotweine. Zudem wird sie oft zu Portugieser Weißherbst ausgebaut, einer Spielart des Roséweins. Der Blaue Portugieser wird heute vorwiegend in Österreich sowie der Pfalz und Rheinhessen angebaut.

Woher stammt der Blaue Portugieser?

Einem in Niederösterreich archivierten Dokument zufolge soll Freiherr von Fries 1772 den Blauen Portugieser von Porto nach Bad Vöslau gebracht haben. Dies ist offenbar falsch. Denn neuere genetische Untersuchungen haben ergeben, dass die Blaue Portugieser Rebe eine Kreuzung aus Blauer Zimmettraube und Grüner Silvaner ist – zwei in Österreich autochthone Rebsorten. Zudem weist die Vielfalt von Bezeichnungen für die Rebsorte in Österreich ebenfalls auf einen Ursprung der Sorte in der Untersteiermark hin.

Der Blaue Portugieser kommt nach Deutschland.

Um 1840 gelangte die Blaue Portugieser Rebe nach Deutschland. Maßgeblich hieran beteiligt war der deutsche Weinbaupionier Johann Philipp Bronner. Die Rebsorte etablierte sich vorwiegend in der Pfalz und in Rheinhessen. Hier und in den anderen deutschen Anbaugebieten beträgt der aktuelle Bestand noch rund 2.500 Hektar (Stand 2020) und ist stark rückläufig – wie auch in Österreich.

Der Portugieser Weißherbst – eine deutsche Spezialität

Ein Weißherbst ist ein Art Rosé, bei dem nur eine Rebsorte aus lediglich einer Lage verwendet werden darf. Zusätzlich dürfen dem Wein jedoch maximal fünf Prozent Rotwein der gleichen Sorte hinzugefügt werden – primär um eine schöne Farbe zu erzielen. Der weitaus größte Teil der deutschen Produktion an Blauem Portugieser wird zu Weißherbst verarbeitet.

Die Blauer Portugieser Rebe: Starker Wuchs und hohe Erträge

Der Blaue Portugieser zeichnet sich durch ein starkes Wachstum aus. Es ist eine früh reifende Rebsorte, die sehr hohe Erträge von bis zu 200 Hektolitern pro Hektar erzielen kann. Es gilt demnach für Winzer, die an hoher Qualität interessiert sind, den Ertrag durch Zurückschneiden deutlich zu reduzieren. Der Blaue Portugieser ist sehr anfällig für Echten und Falschen Mehltau sowie für die Schwarzfleckenkrankheit. Zudem ist die Rebe anfällig gegenüber der Schwarzfleckenkrankheit. Auch harte Winterfröste können problematisch werden.

So schmeckt Blauer Portugieser Wein

Der Blaue Portugieser hat in den letzten drei Jahrzehnten massiv an Popularität verloren. Grund dafür mag sein, dass die aus ihm hergestellten Weine eine ganz andere Charakteristik aufweisen als populäre Schwergewichte wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder gar Primitivo. Blauer Portugieser ist in der Regel ein hellroter Wein mit frischer Säure und nur wenig Tanninen, der schnell seine Trinkreife erreicht. Allerdings versuchen sich einige Winzer auch mit einer aufwendigen Machart samt Ausbau im Eichenholzfass. Dann können massive Ertragsreduzierungen und die Lagerung im Barrique Blauen Portugiese Weine auf sehr hohem Niveau erbringen. Auch kann er hierdurch eine gewisse Lagerfähigkeit mitbringen.

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