Wodurch entsteht Weinstein?

Wein enthält von Natur aus Mineralstoffe wie Kalzium oder Kalium. In gelöster Form spielen sie beim Weingenuss keine Rolle, doch können gewisse Umstände – vor allem niedrige Temperaturen – dafür sorgen, dass sich die Mineralien mit Weinsäure verbinden und zu Kristallen ausfällen – dem Weinstein.

Den letzten Rest eines Weißweins schüttete sich Sarah W. aus Aachen ein, um sich dann über kleine, weiße Kristalle zu wundern, die sich am Glasboden sammelten. „Ist das Weinstein und kann man den Wein noch trinken?“, lautete die Frage, die sie an unsere Frag die Weinfreunde Redaktion sendete.

Zunächst: Ja, Sarah hatte es mit Weinstein zu tun. Dabei handelt es sich um Kristalle, die aus Weinsäure und Kalzium oder Kalium bestehen. Inhaltsstoffe, die in gelöster Form von Anfang im Wein enthalten sind. Dass sich die Mineralstoffe mit der Weinsäure verbinden wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, doch spielen niedrige Temperaturen bei der Weinherstellung eine zentrale Rolle.

Durch Filtrierung und Stabilisierung kann Weinstein vor der Flaschenabfüllung aber ganz einfach entfernt werden. Dass er sich trotzdem in manchen Weinflaschen findet, liegt meistens an einer zu kühlen Lagerung oder zu tiefen Temperaturen während des Transportwegs. Längere Zeit bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist geradezu ein Weinstein-Garant.

Weinstein-Kristalle erinnern an kleine Glassplitter, sind bei Rotwein rötlich bis braun und bei Weißweinen weißlich bis graugelb. Weinstein werden auch als Weinsterne oder Weindiamanten bezeichnet.

Da Weinstein in Wasser schwer löslich ist, setzt er sich am Flaschenboden ab, aber auch an der Unterseite des Korkens findet er sich. Gesundheitlich ist er völlig unbedenklich, doch ist sein sandartiges Mundgefühl für viele Weinfreunde unangenehm.

Übrigens: Im Mittelalter wurde aus Weinstein Öl produziert, das als Heilmittel eingesetzt wurde.

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