Welches Wasser passt zum Wein?

Roberto S. aus Taufkirchen kontaktierte uns mit der Frage, welches Wasser er idealerweise bei einer privat organisierten Weinprobe ausschenkt. Still? Mit viel Kohlensäure oder doch besser Medium? Welches Wasser passt zu Wein? Unsere Weinfreundin Isabell bietet Antworten.

Eines ist sicher: Wasser gehört für die meisten Weinfreunde ganz selbstverständlich zum Genuss von Wein. Nicht zuletzt, um den eigenen Wasserhaushalt in einem ausgeglichenen Rahmen zu halten – Dehydrierung ist die zentrale Ursache für einen Kater.

Doch spielt es aus meiner Sicht auch eine Rolle, welches Wasser wir zum Wein trinken. Um den Geschmack des Weines nicht zu beeinflussen, bevorzuge ich zunächst einmal ein Wasser mit möglichst wenig Eigengeschmack. Denn dieser kann die Wahrnehmung des Weines stark beeinträchtigen, mehr sogar: Das falsche Wasser kann die positiven Eigenschaften eines Weines schnell ins Negative drehen.

Neben einem neutralen Geschmack sollte man in den meisten Fällen auf stark kohlensäurehaltige Wässer verzichten, denn sie bringen – im wahrsten Sinne des Wortes – zu viel Unruhe an den Gaumen. Eine Ausnahme bildet die Begleitung von Süßweinen. Hier kann ein Wasser mit viel Kohlensäure erfrischend wirken und den Süßeeindruck etwas in Zaum halten.

Gänzlich auf Kohlensäure sollte man allerdings nicht verzichten. Ein Wasser mit leichter Kohlensäure („medium“) eignet sich wiederum sehr gut für trockene Weißweine und leichte Rotweine, denn es steigert den Eindruck von Frische und Vitalität im Wein.

Unsere Empfehlung:

Lady Dorst Grauburgunder trocken 2019
Dorst
Lady Dorst Grauburgunder trocken 2019

Bei etwas kräftigeren Rotweinen, vor allem wenn sie reich an Gerbstoffen sind, würde Kohlensäure allerdings die Tannine noch weiter akzentuieren. Der Wein wirkt dann schnell bitter und unharmonisch. Ein stilles Mineralwasser mit einem weichen Charakter ist bei diesem Weintyp für mich die deutlich bessere Wahl.

Zusammenspiel von Wasser und Wein

Und Apropos Mineralwasser: Der Mineralstoffgehalt des Wassers spielt durchaus auch eine Rolle. Am sichersten ist die Wahl eine Wassers, das bei der Zusammensetzung keine besonderen Extreme aufweist. Hydrogencarbonat, Magnesium und Calcium sollten weder zu hoch noch zu niedrig sein. Weinfreunde, die empfindlich auf Säure reagieren, sollten allerdings mal ein Wasser ausprobieren, das einen hohen Hydrogencarbonatgehalt besitzt. Am besten mehr als 1500 mg pro Liter. Solche Wässer steigern den pH-Wert und wirken dadurch säureregulierend. Ansonsten können auch säurearme Weine helfen.

Wie beim Weintrinken auch, gilt bei diesem Thema: Probieren geht über Studieren!

Ihr habt noch weitere Fragen? Schreibt an: fragdieweinfreunde@weinfreunde.de

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