Wann schneidet man Wein-Reben?

Nicht nur zur Ernte ist im Weinberg viel zu tun. Das weiß auch Cornelia T. aus Wiesbaden und fragt sich, wann eigentlich Rebstöcke geschnitten werden. Unser Weinfreund und Winzerkind Sven Reinbold gibt einen Überblick.

Zunächst einmal vorausgeschickt: Der Rebschnitt dient dafür überschüssige Blätter, Triebe und mehrjähriges Holz zu entfernen. Er gibt der Rebe Form und begrenzt sie auch in ihrer Größe. Würde man die Rebe einfach unkontrolliert weiterwachsen lassen, hätte dies einen negativen Einfluss auf die Qualität der Trauben und den daraus gewonnenen Wein – zu viel Energie würde in das Wachstum der gesamten Pflanze gehen.

Richtungsweisend: Der Winterschnitt

Aber der Reihe nach: Winzer schneiden sowohl im Winter als auch im Sommer ihre Reben. Der Winterschnitt wird auf der nördlichen Erdhalbkugel an frostfreien Tagen im Januar und Februar durchgeführt und ist der wichtigere der beiden Termine. Denn mit dem Winterschnitt wird die Anzahl und Anordnung der Knospen an der Rebe bestimmt. Und aus diesen entstehen wiederum die Triebe für die Trauben der folgenden Wachstumsperiode. Es werden im Winter also Maßnahmen getroffen, die richtungsweisend für den kommenden Jahrgang sind.

Wachstumsbremsend: der Sommerschnitt

Beim Sommerschnitt geht es vor allem um die Ausdünnung des Laubdachs, also um die Reduzierung des Wachstums der Rebe als solches. Nur so wird die Zuckerproduktion der Pflanze in die Beeren gelenkt und nicht für die Bildung von neuen Trieben und Blättern „verschwendet“. Auch werden im Sommer gezielt Blätter entfernt, um einzelne Trauben optimaler der Sonneneinstrahlung auszusetzen.

Meine Beitragsreihe zu den Jahreszeiten im Weinberg führt die ganzjährigen Arbeiten eines Winzers nochmals detaillierter zusammen. Hier sind die Artikel nachzulesen:

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