Was bedeutet Vinifikation?

Am 20. Dezember 2022 · von Weinfreunde

Vinifikation, auch Vinifizierung genannt, steht für den gesamten Prozess der Weinbereitung – inklusive aller Arbeiten im Weinberg und im Keller. Heute wird der Begriff meistens mit modernen Methoden der Weinproduktion in Verbindung gebracht.

Oliver K. aus Bad Oeynhausen war der Begriff Vinifikation geläufig, doch bestand bei ihm Unsicherheit, ob dieser nur für die Verfahren im Weinkeller steht oder auch die Maßnahmen im Weinberg einschließt. Daher seine Mail an unser Team von Frag die Weinfreunde, um eine genaue Definition von Vinifikation zu erfragen.

Tatsächlich umfasst die Vinifikation alle Vorgänge und Entscheidungen bei der Pflege der Weinberge sowie bei der Arbeit im Keller. In Summe hat die Vinifikation also Einfluss auf die Stilistik und die Qualität von Weißwein, Rosé, Schaumwein oder Rotwein.

Weinlagerung

Weinlagerung im Keller

Der Begriff klingt nicht ohne Grund recht technisch, denn im modernen Weinbau werden hoch entwickelte Methoden verwendet, die auch den Einsatz von rund 300 zugelassenen Zusatzstoffen umfassen.

Doch die Vinifikation von Weinen erfährt in jüngster Zeit eine Rückbesinnung auf alte Weinbereitungs-Traditionen: Viele Winzer verstehen den Vinifikationsprozess als etwas, auf das sie möglichst wenig Einfluss nehmen. Angefangen bei der naturnahen Arbeit im Weinberg und der Pflege des Bodens über den schonenden Transport der Trauben ins Weingut bis zu spontaner Vergärung und dem Verzicht auf Filtration oder Schönung. Auch Zusatzstoffe, etwa Schwefel, versucht man nur im Mindestmaß einzusetzen. Begünstigt wird dieser Trend durch die zunehmende Zahl von Zertifizierungen als ökologisches oder biodynamisches Weingut.

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