Wann ist Wein schlecht und wohin damit?

Jeder kennt es – der Wein liegt lange rum oder wurde schon vor längerer Zeit geöffnet. Passen zu dem Thema erreichte uns eine Frage von Marcel F. aus Heidelberg: „Wie bemerke ich, dass Wein schlecht ist und wohin damit?“. Im Folgenden ein Klärungsversuch.

Bei einer möglichen Antwort könnte man es sich einfach machen und dazu raten den alten Wein einfach wegzuschütten. Doch zunächst lohnt es sich zu klären, ob es sich bei dem alten Wein um einen ungenießbaren, fehlerhaften Wein handelt oder einfach um einen gereiften Wein mit Anzeichen von Alterung.

Schöne Reife oder Essig?

Da Wein ein Naturprodukt ist, entwickelt er sich mit der Zeit in der Flasche. Dabei gilt: Je größer die Flasche, desto langsamer reift der Wein. Siehe dazu auch unseren Artikel Weinflaschen: Eine Frage von Form und Größe.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich ein gereifter Wein sowohl aromatisch als auch in seiner Farbe von einem jungen Wein unterscheidet. Aromen, die vormals an frische Früchte erinnert haben, wirken bei einem älteren Wein eher wie getrocknete Früchte. Zudem verändert sich die vormals rote Farbe in ein braunrot. Bei einem Weißwein erinnert die Farbe nicht selten an Bernstein.

Demnach ist ein alter Wein nicht automatisch ein schlechter Wein. Wenn er also nicht an Essig erinnert oder übermäßig oxidiert wirkt – also wie Sherry schmeckt – kann der Wein noch ohne Bedenken getrunken werden.

Aber klar: Die meisten Weine sind nicht für eine Lagerung über mehrere Jahre geeignet und sollten möglichst in den ersten zwei Jahren getrunken werden. Dabei haben Rotweine immer etwas mehr Lagerungspotential als Weißweine, es sei denn diese verfügen über einen hohen Restzuckergehalt. Dieser wirkt konservierend – wie auch ein hoher Alkoholgehalt. Zu diesem Thema empfiehlt sich auch unser Beitrag Trinkreife: Wenn Wein in die Blüte seines Lebens kommt.

Und noch ein Tipp zum Thema Weine mit Korkschmecker: Diese bieten wirklich nie Trinkspaß, jedoch kann man sie noch zum Kochen verwenden. Trichloranisol (TCA) ist der Verursacher von einem Korkfehler und dieser chlorhaltige Kohlenwasserstoff verdampft während des Kochprozesses.

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